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Hmmmmmmmmmmmmmh - Kulinarische Wochen

Es ist immer noch Winter in Far-Far-Away-Land und nicht immer fallen die Wochenenden so sonnig und warm aus, wie in meinem letzten Artikel oder auf dem folgenden Foto.

Das Beste Eis der Stadt aus dem Takapuna Beach Café

Hmmmmmmh, ein Sonntags-Strandspaziergang bei Sonnenschein und mit einem Becher voll des besten Eises der Stadt ausgestattet, das lasse ich mir gut gefallen. Seit diesem erheiternden Ereignis im Juli hat sich die Sonne an den Wochenenden allerdings erschreckend rar gemacht. “We need the rain to feed the green” – wie wahr, wie wahr, aber zu viel rain drückt aufs Gemüt – macht moody. Und was bleibt einem dann anderes übrig, als sich mit comfort food das Leben angenehm zu machen.

Gesagt getan, Schritt Nummer eins: Ich läute die kulinarischen Winterwochen 2010 ein. Schritt Nummer zwei: ich verabrede mich mit Holger und Beatrix zum Abendessen im Sale Street – einer angesagten Szenebar inklusive Restaurant. Am Mittwoch 4. August – dem dritten Anlauf – klappt es endlich. Alle sind gesund und hungrig und treffen pünktlich zur vereinbarten Zeit im Restaurant ein. Wir bestellen uns Bier und Wein und werden anschließend in das gepflegte Restaurant im hinteren Teil des Hauses geführt. Aus der übersichtlichen Speisekarte wählen wir uns zunächst unseren Hauptgang aus (den ich leider nicht niederschreiben kann, da der Titel so furchtbar lang und dazu noch ausgesprochen kreativ war, ich hab ihn mir nicht merken können). Köstlich ist er, daran kann ich mich noch erinnern. Ich würde ihn in die in Neuseeland weit verbreitete “Fusion” Küche stecken. Viel Fleisch habe ich auf dem Teller, in Relation zu den übrigen Zutaten zumindest. Insgesamt sieht die Portion übersichtlich aus. Ich bestelle mir einen Salat, um das Gleichgewicht zwischen Fleisch und Beilagen ein wenig auszugleichen. Pazifisch, asiatisch, europäisch…, in den Zubereitungen steckt von allem etwas,  eine Weltreise für den Gaumen.

Erstaunlicherweise fällt es mir nach dem Hauptgang gar nicht schwer, auch noch ein Dessert zu bestellen. Ein Umstand, den ich bis heute nicht bereue, beschert er mir doch genau den Teller, den ihr hier folgend sehen könnt. Eine Zitronen-Crème Caramel mit Thymian Jus und noch ein paar andere Nettigkeiten. Hmmmmmmmmmmh! Holger und Beatrix entscheiden sich für die schokoladige Variante. Die kann sich ebenfalls sehen lassen.

Insgesamt ein sehr schöner Abend und der Auftakt in eine köstliche Zeit. Denn kulinarische Wochen können schwerlich nach einem Abend zu Ende sein. Also mache ich munter am Freitag 6. August bei Katja und Thomas weiter. Ich begebe mich auf eine weite Reise – zumindest kulinarisch gesehen. Dieses Mal lande ich mitten in Europa und verbringe heitere Stunden am warmen Raclette.

Samstag geht die Reise nach China. Ich bin mit meiner Freundin Wei zum Lunch verabredet. Wei kommt aus China und weiß wo es das beste Yum Cha der Stadt gibt. Was bin ich für ein Gückspilz! Sie führt mich ins Dynasty in der Wakefield Street mitten im CBD. Da sie ungefähr weiß, was ich gerne mag oder niemals essen würde, überlasse ich ihr das Bestellen und genieße entspannt, was da in nicht abreißen wollendem Strom auf unserem Tisch landet: rice roles with mushrooms, pork sweet and sour, dumplings with prawns, und und und. Wei bestellt auf chinesisch, ich verstehe nur Bahnhof. Aber die Kleinigkeiten sind alle köstlich, das Tofu-Dessert eingeschlossen. Schlaraffenland?

Am Dienstag 10. August gönne ich mir einen kulinarischen Happen der anderen Art. “Soul Kitchen” ist zwar der Name eines Restaurants aber nur im Film. Das Rialto in Newmarket – das Programmkino in Auckland mit dem besten Filmangebot – zeigt Fatih Akins neuen Streifen. Hamburg Altona rulez! Ich hab schon lange nicht mehr so gelacht. Ich sitze mit Anke und Katja im Kino und genieße den Heimvorteil. Da wir beim Gucken nicht auch noch die Untertitel lesen müssen, verstehen wir den Witz schon ein paar Millisekunden vor den anderen, das macht Spaß. Einige Ausdrücke kann man nicht treffend ins Englische übersetzen. Da tut es uns dann schon Leid, dass unseren Mitschauern der ein oder andere Lacher völlig entgeht.

Homebaking ist der vorerst letzte Eintrag in mein kulinarisches Logbuch. Ich habe ca. 200 kleine Kekstaler gebacken und jeweils zwei davon mit Hilfe einer Creme aus Butter, Puderzucker und Zitronenschale zu meinem neuen Lieblingsgebäck vereint. Melting Moments, diesen Namen tragen die Kekse völlig zu Recht. Der Teig ist sandig-mürbe und zerschmilzt am Gaumen. Mein cookie jar ist gut gefüllt und wird mir die verbleibenden Wochen der kalten Jahreszeit versüßen. Wollt ihr probieren?

To Close A Gap - Eine Lücke schließen

Sonntag, 18. Juli 2010 – Heute habe ich eine Lücke geschlossen – auf meiner persönlichen Landkarte. Ich bin bei schönstem Winterwetter – 15 Grad im Schatten – an die Westküste gefahren. Bethells Beach, bei den Maori Te Henga, war mein Ziel. Einer der vier großen Strände an der Westküste von Auckland und genau derjenige, den ich noch nicht kannte.

In der Sonne ist es so herrlich warm, da kann auch der frische Wind an der Küste nichts gegen ausrichten. Die Wanderstiefel stehen im Kofferraum bereit und der Rucksack ist gepackt. Ich fahre auf dem Weg zur Stadtautobahn beim Französischen Markt vorbei und kaufe mir was Leckeres zu essen und dann geht es die 30 Kilometer auf der Autobahn Richtung Westen. Das letzte Stück führt mitten durch die Waitakere Ranges, Auckland´s grüne Wildnis.

In Bethells Beach angekommen stapfe ich gleich fröhlich im Sonnenschein Richtung Wasser los. Der Strand ist noch einige hundert Meter entfernt aber man kann schon das Tosen der Brandung hören und die ersten weißen Schaumkronen auf den hohen Wellen sehen. Der Wind pfeift ganz ordentlich und bläst mir den feinen schwarzen Sand ins Gesicht. Der Strand ist um diese Jahreszeit wenig besucht. Ich sehe viele Surfer mit ihren Brettern nach rechts laufen und dann um eine Biegung verschwinden. Es scheint, dort gibt es den idealen Surf-Beach.

Te Henga Bethells Beach

Nach einem Spaziergang am Strand mache ich mich auf die Suche nach dem Aufgang zum Bethells Beach oder Te Henga Walkway. Vor einigen Wochen bin ich diesen 4 1/2 stündigen Küstenwanderweg schon einmal von Muriwai (ein Strand weiter nördlich) aus gegangen, zumindest bis zur Hälfte, und dieses Mal möchte ich von diesem Ende aus loswandern. Gesagt getan, nach einigen Minuten auf der Suche nach dem entsprechenden Wegweiser geht es los. Wie so oft zunächst über Farmwiesen und dann in den Busch. Ein herrlicher Weg durch das Grün, der sich ziemlich schnell an den Klippen entlang nach oben windet und den Blick frei gibt auf die gesamte Bucht mit ihren schwarzen Sanddünen. Nach etwa einer halben Stunde Marschierens öffnet sich der Blick in die nächste Bucht Neill´s Beach und jetzt weiß ich auch, wo die ganzen Surfer geblieben sind. Von meinem Aussichtspunkt sehe ich unzählige kleine schwarze Punkte auf den Wellen tanzen.

Wandern auf neuseeländisch

Ein Blick nach oben sagt mir, dass das gute Wetter bald vorüber sein wird. Ich beschließe umzukehren und lieber trockenen Fusses den Wanderausflug zu beenden. Ich werfe noch einen letzten Blick auf die Surfer, wie sie mutig auf die großen Wellen zupaddeln und stapfe zurück Richtung Parkplatz. Was für ein rundum herrlicher Tag. Mehr Fotos findet ihr auf picasa.

Ordinary Life - eine Woche in Auckland

Wie verbringe ich eine Woche im neuseeländischen Winter? Ganz unspektakulär und nicht viel anders, als eine Woche im Winter irgendwo sonst auf dieser Welt. Vielleicht. Wahrscheinlich. Vielleicht nicht. Egal.

Morgens um 8 Uhr sitze ich bereits im Büro. Damit ich dort pünktlich eintreffe, muss ich spätestens um 7 Uhr aufstehen. Früher aufstehen fällt mir denkbar schwer. Da ich in unserem Drei-Frauen-Haushalt die einzige bin, die morgens raus muss, ist das ganze Haus eisekalt – besonders nach Nächten zwischen 1 und 4 Grad wie in der vergangenen Woche. Ich flüchte mich von meinem warmen Schlafplatz direkt unter das heiße Wasser der Dusche und drehe den Hahn erst ab, wenn der Raum mit Wasserdampf gefüllt ist. Zum Glück kommt das Badelaken vom beheizten “towel rack”, eine kuschelig warme Hülle, zumindest für einen Moment. Dann schnell zwei bis drei Lagen Kleidung überwerfen und zur nächsten Station, der Küche. Frühstücken in der Kälte ist nicht so mein Ding. Ich spare mir also die Zeit, schlafe lieber 10 Minuten länger und packe alles fürs Büro ein. Dort kommt der Kaffee außerdem frisch gemahlen und gebrüht und kostenlos aus der Maschine, das gefällt mir sehr. Und warm ist es im Büro auch schon, wenn ich morgens eintreffe. Bin also für die kommenden 9 1/2 Stunden bestens versorgt.

Vergangene Woche ist im Büro etwas ganz Tolles passiert. Nach etwa drei Monaten habe ich endlich ein Telefon an meinen Schreibtisch gelegt bekommen. Jetzt kann ich Telefonate empfangen und führen. Dolle Sache, hätte nicht gedacht, dass ich mich darüber einmal so freuen würde – ein Arbeitsplatz mit Telefon. Und das Beste, meine Durchwahl ist die -231, wie in der CMA!

Genug von der Arbeit. Abends um halb sechs mache ich mich auf den Weg nach Hause. Die Fahrt mit meinem tollen grünen Flitzer (kennt ihr den eigentlich schon?) dauert ca. 15 Minuten und führt an den wichtigsten Plätzen des örtlichen Einzelhandels vorbei. Einer meiner liebsten Supermärkte liegt genau am Weg und am Öko-Laden, China Imbiss und meinem GYM komme ich auch vorbei. Sehr praktisch.

mein grüner Flitzer

Da ich nicht so auf Fastfood oder alleine essen gehen stehe, koche ich abends für mich. Es gibt regelmäßig Fisch, hmmmh, ab und zu mit Chips. Ich hab sogar ein großes Glas der guten holländischen Calvé Mayonnaise im Kühlschrank stehen, damit die Chips besser die Kehle runterrutschen.

Das Fernsehprogramm in Neuseeland ist – lausig. Ich habe nur einen Abend in der Woche, wo ich mir eine Stunde Seriendrama gönne. Dienstags, 20:30 Uhr, TV2, Grey´s Anatomy. Noch ein Dienstag und eine Episode trennen mich vom Ende der Serie 6. Auf die Gefahr hin, dass ich den Fernsehzuschauern in Deutschland die kommenden Wochen versaue: McDreamy lag am Ende der Episode vom 14. Juli schwer angeschossen auf dem Boden des Krankenhauses. Oh weh, oh weh, da bin ich doch mal gespannt, wie es am Dienstag weitergeht. Danach kann ich auch diesen Abend mit anderen Aktivitäten füllen.

Und mit den Vorüberlegungen dazu fange ich gleich an. Entweder belege ich einen Malkurs, oder lasse mir Fußreflexzonenmassage in einem Kurzseminar beibringen. Thailändisch kochen klingt noch ganz interessant oder vielleicht versuche ich mich im Flax flechten? Das Zentrum für Erwachsenenbildung ist gleich um die Ecke.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Capital Visit - Wellington, kleine Hauptstadt ganz großartig

Bin wieder da

Hallo in alle Welt,

nach der Bewältigung monatelanger Projekte im Dienste der Existenzsicherung (erfolgreicher), habe ich mich am vergangenen Wochenende endlich wieder einmal hingesetzt und mit dem Thema “Blogging” beschäftigt. Ich wollte schon so lange ein neues Blog mit aufwändigem Layout, Fotos und mehreren Kategorien erstellen. Der Anfang ist nun gemacht. Offiziell ist mein Blog hiermit umgezogen.

Heute sieht es noch aus wie eine Baustelle, aber mit der Zeit wird es sich füllen mit immer neuen Header-Fotos, deutschen und englischen Texten, Rezepten und was mir sonst einfällt. Hier am für die Europäer unter euch anderen Ende der Welt ist gerade tiefster Winter. Was ich in Neuseeland im tiefsten Winter treibe, zeigen euch die beiden Fotos vom vergangenen Sonntag.

Zunächst habe ich mit Doris eine kurze Wanderung durch den Busch von Titirangi zum Strand gemacht, um auf dem Rückweg im Village-Café die trockene Kehle mit einem Lemon-Lime-Bitter zu befeuchten und draußen sitzend mir von der Sonne die Nase kitzeln zu lassen. Das alles kann man hier mitten in der Stadt machen. Ich bin dafür lediglich ganz in den Westen von Auckland gefahren.

Demnächst mehr. Da die Tage im Pazifik wieder länger werden und schon ein Teil der Regenzeit hinter uns liegt, stehen die Türen für viele Ausflüge in das satt-grüne Neuseeland offen.